15.06.2026
Pflege-Projekte neuerlich ausgezeichnet
Leistungen im AKH Wien wurden im Rahmen des "ANP Award Austria" gewürdigt.
Der jährliche „ANP Award Austria“ prämiert herausragende Projekte im Bereich des Advanced Nursing Practice. Heuer wurde das Universitätsklinikum AKH Wien bereits zum dritten Mal in Folge geehrt – und das für gleich zwei Projekte.
Mit ihrem Projekt „Telenurse in der Onkologie“ erreichten Martina Spalt und Patrik Heindl den zweiten Platz beim ANP-Award 2026 (siehe Foto oben). Dieses Projekt evaluierte die Betreuung von Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs. Ziel war es, durch proaktive telefonische Beratungen das Symptommanagement zu optimieren und den subjektiven Distress der Betroffenen zu senken.
Hierfür wurde ein spezielles, auf dem UKONS (United Kingdom Oncology Society)-Standard basierendes Triage-Tool an die lokalen Gegebenheiten angepasst und zur systematischen Symptomerfassung eingesetzt. Insgesamt nahmen 93 Patientinnen über einen Zeitraum von einem Jahr an der Studie teil. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere Fatigue, Beeinträchtigungen des Allgemeinzustands und Neurotoxizität die häufigsten Belastungen darstellten. Und sie zeigen eine Diskrepanz zwischen objektiver Symptomgraduierung und subjektivem Empfinden.
Das Pilotprojekt macht deutlich, dass die Implementierung von Advanced Practice Nurses (APN) entscheidend ist, um die Qualität der onkologischen Versorgung nachhaltig zu sichern. Durch ihre vertiefte klinische Expertise sind APN in der Lage, komplexe Symptomcluster nicht nur zu erfassen, sondern auch hochspezialisierte, evidenzbasierte Interventionen direkt im Beratungsprozess zu steuern. Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Lücke zwischen hochwirksamen Therapien und dem individuellen Selbstmanagement im häuslichen Umfeld fachgerecht geschlossen wird.
Sonder-Innovationspreis geht ebenfalls ans AKH Wien
Der heurige ANP-Innovationspreis ging an David Blocher mit dem Projekt „The missing link: Family Nurse Practitioner auf der Pädiatrischen Intensivstation (PICU)“ (siehe Foto unten). Ein Aufenthalt eines Kindes auf einer Intensivstation ist für Familien eine hochbelastende Ausnahmesituation. Angehörige von kritisch erkrankten Kindern erleben durch die Krankheitssituation eine erhebliche Belastung.
Aus diesem Grund wurde auf der Kinderintensivstation (PICU) der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde das Projekt „Family Health Nurse“ (FHN) gestartet. Die Family Health Nurse wurde dort im Dezember 2025 implementiert, und ist ergänzend zum bereits vorhandenen Kommunikations- und Informationsangebot als innovativer Bestandteil familienzentrierter Pflege zu verstehen. Sie kommuniziert mit den Familien, um psychosoziale Bedürfnisse frühzeitig wahrzunehmen und die betroffenen Familienmitglieder adäquat zu unterstützen. Darüber hinaus hilft sie, den Informationsfluss zwischen der Familie und dem betreuenden Team, aber auch innerhalb des betreuenden Teams (z.B. zwischen den verschiedenen Berufsgruppen), zu koordinieren.
Das Projekt ist auf 12 Monate angesetzt und wird wissenschaftlich begleitet. So können die Auswirkungen der FHN-Tätigkeiten auf die Familien und das Team erfasst und kontinuierlich evaluiert werden.




