Presseinformationen AKH Wien

02.02.2016

AKH Wien: Stillen ist natürlich und doch nicht selbstverständlich

Erweiterung des Beratungsangebotes für Mütter

Muttermilch ist die beste Ernährung für alle Babys und die Grundlage für eine optimale Entwicklung. Jeder Tropfen ist wertvoll an Inhaltsstoffen und optimal auf das Gedeihen des Kindes ausgerichtet. Mütter produzieren auch für ihr zu früh geborenes Kind die maßgeschneiderte Milch, außerdem wird die essentielle Bindungsentwicklung durch den Körperkontakt zwischen Mutter und Kind positiv unterstützt.

Im AKH Wien unterstützen Still- und Laktationsberaterinnen - nun auch mit IBCLC-Ausbildung (International Board Certified Lactation Consultant) - erfolgreich sowohl Mütter gesunder und kranker Neugeborener, als auch Mütter sehr kleiner Frühgeborener bei Fragen zur Ernährung ihres Kindes. Die Gebiete der Beratung sind sehr vielseitig und gehen von der Milchgewinnung in den ersten Tagen und Wochen, über erste Stillversuche, optimale Anlegepositionen und Einsatz von Stillhilfsmitteln bis zur Versorgung von akut auftretenden Stillproblemen bei Mutter und Kind. Die Beratung wird für stationär im AKH Wien aufgenommene Mütter sowie für Mütter, deren Kinder an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde des AKH Wien aufgenommen sind, angeboten. Im Jahr 2015 haben bereits 1.500 dieser Beratungsgespräche stattgefunden.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das "Stillen" eines Kindes zu etwas Besonderem machen. Es ist wichtig, besonders zu früh geborenen Kinder die Muttermilch als ersatzlosen Hauptnahrungsmittelbestandteil von Beginn an zu ermöglichen. Die Bereichsleiterin für Pflege Johanna Horn betont: "Muttermilch hat viele Vorteile, unter anderem die Verminderung des Risikos an Infektionen zu erkranken oder an einer nekrotisierenden Enterokolitis, das ist eine Darmerkrankung speziell bei Frühgeborenen, sowie eine gute Verdaulichkeit durch eine Vielzahl an biologischen Faktoren".

Zahlreiche Daten zeigen: "Muttermilch ist Medizin für das zu früh geborene Kind". Von einem Frühgeborenen spricht man laut WHO (World Health Organization), wenn ein Säugling vor der Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird.

Es kann mehrere Wochen dauern, bis die Mutter ein krankes Neugeborenes zum ersten Mal an die Brust anlegen darf. Zu Beginn ist es notwendig mit einer elektrischen Milchpumpe Muttermilch abzupumpen. Die Einschulung der Mutter mit einer Milchpumpe erfolgt unmittelbar nach der Geburt. Diese Kinder über Wochen und Monate mit der Milch der eigenen Mutter zu ernähren, gelingt nur durch eine kontinuierliche und professionelle Beratung. Die Qualität der Beratung beeinflusst die Pumpfrequenz und in weiterer Folge die Dauer des Stillen.

"Stillen ist nicht immer einfach, Stillen ist kein angeborener Instinkt sondern eine erlernte Fähigkeit, die durch einfühlsame Begleitung erworben wird" ermuntert Johanna Horn die frisch gebackenen Mütter.

karin.fehringer@akhwien.at

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Stillende Mutter

Foto: AKH Wien


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