Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien - Medizinischer Universitätscampus

13.07.2015

Neue Operationstechnik erhält Nierenfunktion nach Tumorentfernung

Nierenkarzinome zählen zu den häufigsten Krebsarten. Um die vielfältigen Funktionen der Niere zu bewahren, wird möglichst nicht das ganze Organ, sondern nur ein Teil entfernt. Eine Operationsmethode, welche die Nierenfunktion langfristig erhält, wurde nun erstmals erfolgreich an der Universitätsklinik für Urologie der MedUni Wien und des AKH Wien eingesetzt.

Verwendet wird dabei ein chirurgisches Ultraschallgerät, das bereits bisher bei Leberkarzinomen zur Anwendung kam. Im Rahmen einer soeben in der Top-Publikation "World Journal of Urology" veröffentlichten Pilotstudie wurde diese Methode nun an der Universitätsklinik für Urologie erstmals auch bei der chirurgischen Therapie von komplexen Nierentumoren erfolgreich eingesetzt.

Die PatientInnen profitieren durch die neue Technik doppelt: Während der Operation reduziert sich das Risiko von Blutungen und von Komplikationen. Langfristig bleibt die Nierenfunktion erhalten und es treten keine Langzeitfolgen einer Nierenschwäche auf.

Bisher wurde bei der Entfernung von Nierentumoren die sogenannte "Kalte Ischämie" verwendet. Dabei werden die Blutgefäße der Niere abgeklemmt und die Niere gekühlt. Dies ist deshalb nötig, da die Niere bei Eingriffen sehr stark blutet - immerhin befinden sich beim Menschen rund 15 bis 20 Prozent des gesamten Blutes in den beiden Nieren. Die "Kalte Ischämie" hat allerdings einen gravierenden Nachteil: Durch das Abklemmen werden die Nierengefäße geschädigt, wodurch sich langfristig das Risiko einer Nierenschwäche deutlich erhöht.

Lösung für großes chirurgisches Problem

Nicht so beim Eingriff mit dem Ultraschallgerät CUSA (Cavitron Ultrasonic Surgical Aspirator), wie Studienleiter Shahrokh Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie der MedUni Wien und des AKH Wien, erklärt: "Mit dem Ultraschallgerät CUSA wird die Niere auch während des operativen Eingriffs durchblutet. Wie unsere Studie zeigt, bleibt durch die neue Operationstechnik die Nierenfunktion vollständig erhalten, während wir dennoch die gleichen onkologischen und chirurgischen Resultate wie beim Klemmen des Organs erzielen. Damit konnten wir ein großes chirurgisches Problem der letzten beiden Jahrzehnte lösen."

Wichtige Nierenfunktionen bleiben erhalten

Aufgetaucht war das Problem des Klemmens und der damit verbundenen Langfristschäden erst durch die Fortschritte der Bildgebung mittels Ultraschall und Computertomographie. Dadurch werden heute rund 80 Prozent der Nierentumore so früh entdeckt, dass eine nierenerhaltende Therapie ohne komplette Entfernung des Organs möglich ist. Die Erhaltung möglichst beider Nieren ist deshalb wichtig, weil die Niere eine Vielzahl wichtiger Funktionen erfüllt, welche im Alter und durch nierenschädigende Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck eingeschränkt werden.

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